Das Hügelbeet
Hügelbeete sind aus verschiedenen organischen Materialien aufgeschichtete Beete mit einem humus- und nährstoffreichen, lockeren und relativ warmen Boden, der im Gemüseanbau über mehrere Jahre gute Erträge ohne zusätzliche Düngung ermöglicht.

So wird's gemacht

Damit das Sonnenlicht optimal ausgenutzt werden kann, wird ein Hügelbeet in Nord-Süd-Richtung angelegt. Nach dem Aushub einer Mulde werden nacheinander verschiedene Schichten organischen Materials ca. 15 - 20 cm dick eingebracht. Besonders wichtig ist dabei der Kern aus Ästen und Zweigen, der für eine gute Durchlüftung des Hügels sorgen und damit die Verrottung des aufgeschichteten Materials gewährleisten soll.

Um Sickersäfte aufzufangen, folgt eine dünne Laubschicht. Wenn keine Rasensoden vorhanden sind, können wir als nächste Schicht grobe Gartenabfälle (z.B. von Stauden) verwenden. Günstig ist es, die Laub- und Grobkompostschicht mit etwas Gartenerde zu mischen. Als Zusatz wird dünn mit etwas Steinmehl oder bei sandigen Böden Bentonit verstreut. Die obere Schicht besteht aus Gartenerde, der etwas reifer Kompost beigemischt wird. Die Regen- und Gießmulde in der Mitte sollte nicht vergessen werden.

Vorteile

Hügelbeete helfen Abfallprobleme lösen: Besonders das sonst schwer zu verwertende holzige Material kann im Laufe des Jahres gesammelt und in ein Hügelbeet eingebracht werden. Über die Verrottung des organischen Materials wird eine stetige Humus- und Nährstoffversorgung gesichert. Ohne zusätzliche Düngung können hohe Erträge erwirtschaftet werden. Der Verrottungsprozess im Hügel bringt zusätzliche Wärme. Hügelbeete können deshalb schon recht früh und besonders gut mit wärmeliebenden Gemüsearten (wie Tomaten, Zucchini, Gurken) bepflanzt werden. Die vergrößerte Anbaufläche macht Hügelbeete gerade für kleine Haus- und Kleingärten interessant. Nach Abschluss der Verrottung (ca. 3 - 4 Jahre nach der Aufschichtung) bleibt eine dicke, fruchtbare Humusschicht zurück. Durch Hügelbeetkultur können also auch schlechte Gartenböden entscheidend verbessert werden.

Nachteile

Aufgrund der großen Oberfläche trocknet der Hügel leider aus. Eine Bewässerung über Tropfschläuche ist besonders günstig für das Hügelbeet. Zusätzlich kann mit einer dünnen, schützenden Mulchschicht die Austrocknung verringert werden. Je nach örtlicher Situation können auch Wühlmäuse Ärger bereiten, da sie den lockeren Hügel gerne als Unterschlupf benutzen.

Nitratanreicherung?

Oft werden Hügel- oder Hochbeete kritisiert, weil in dem darauf angebauten Gemüse das in überhöhten Konzentrationen gesundheitsschädliche Nitrat (eine Stickstoffverbindung) angereichert würde. Probleme lassen sich aber vermeiden, indem nitratspeichernde Pflanzen wie Spinat, Salat, Rote Beete, Rettich und Chinakohl erst im zweiten Jahr angebaut werden. Ein sachgerechter Aufbau des Beetes wirkt zudem einer Nitratanreicherung entgegen: Der Kern des Hügelbeetes besteht aus Materialien (Laub, Holz), die einen besonders hohen Gehalt an Kohlenstoff aufweisen und bei deren Zersetzung Bodenorganismen deshalb viel Stickstoff verbrauchen. Auch die im aufgebrachten Kompost enthaltenen Stickstoffverbindungen werden in die tieferen Schichten transportiert, wo sie von Bakterien und anderen Bodenorganismen bei der Laub- und Holzzersetzung verwertet und in organische Humusverbindungen eingebaut werden.

Nutzung

Zur Vorbeugung von Krankheiten und „Schädlingen" empfiehlt sich eine Bepflanzung mit Mischkulturen. Da im ersten Jahr die Wärme- und Nährstofffreisetzung besonders stark ausgeprägt ist, werden zunächst anspruchsvolle Kulturen mit hohem Nährstoffbedarf wie Zucchini, Gurken, Tomaten, Mais und Kohl angebaut. Im zweiten und dritten Jahr folgen Kulturen mit geringeren Ansprüchen (Salate, Buschbohnen, Erbsen, Möhren, Spinat, Rettich, Chinakohl). Nach dieser Zeit wird das Hügelbeet langsam zusammengefallen sein. Im vierten Jahr können Kartoffeln angebaut oder das Beet für eine Erdbeerkultur genutzt werden.

Impressum
© NUA Stand: 14.11.2000 - Ö/K/O/M (mst, kga )